KIRGISTAN – Bücher aus und über Kirgistan

Unterwegs lese ich gerne  Bücher über das gerade bereiste Land. Die Bilder im Kopf werden so lebendiger und man bekommt einen besonderen Blickwinkel auf Land und Leute. Biegt der Protagonist vom Hauptplatz der Hauptstadt links ab, hat man die Straßenecke vor sich. Manchen unbedeutend wirkenden Ecken und Flecken werden so bedeutungsvoll und man schenkt ihnen plötzlich Beachtung.
Die Auswahl an Büchern zu Kirgistan ist überschaubar. Tschingis Aitmatow, der berühmte kirgisische Autor, hat auch oft sein Heimatland zur Bühne seiner Romane gemacht. Aber sonst… Hier ein Überblick über die Bücher die ich gelesen habe.

 Jan Sprenger – Kirgistan gibt es nicht

„Kirgistan gibt es nicht“ ist ein Backpacker-Roman über den Deutschen Jonas der sich planlos durch Zentralasien treiben lässt und eigentlich nach China möchte. In Kirgistan lernt er die Ukrainerin Olga kennen und verliebt sich an sie. Sie hat keinerlei Interesse an ihm, tut sich aber trotzdem mit ihm zu einer Reisegemeinschaft zusammen und so verbringe sie doch einige gemeinsame Tage am Issyk Kul. Die Haupthemen des Buches – unerfüllte Liebe, das Backpackertum, die Ratlosigkeit und Planlosigkeit Jonas und Freundschaften auf Zeit auf Reisen.
Warum man das Buch lesen sollte? Weil ganz unaufdringlich Seite für Seite das Land, die raue Natur und die Menschen die Kulisse für die Geschichte bilden und die ruhige, aber atmosphärisch dichte Geschichte einen in seinen Bann zieht.

 Tschingis Aitmatow – Ein Tag länger als ein Leben
Der Roman spielt zwar nicht in Kirgistan, aber da Aitmatow DER kirgisische Autor ist, ist es durchaus auch im Zusammenhang mit Kirgistan zu sehen.

„Die Züge in dieser Gegend fuhren von Ost nach West und von West nach Ost. Zu den beiden Seiten der Eisenbahn aber erstrecken sich in dieser Gegend große öde Landstriche – Sary-Ösek, das Zentralgebiet der gelben Steppe.
In dieser Gegend bestimmte man alle Entfernungen nach der Eisenbahn, wie nach dem Greenwicher Nullmeridian. Die Züge aber fuhren von Ost nach West und von West nach Ost.“
Quelle: „Ein Tag länger als ein Leben“ von Tschingis Aitmatow

Das Leben in der Ausweichstelle Schneesturm-Boranly ist hart und monotan, der stete Zugverkehr bestimmt den Alltag. Doch ist die Steppe und auch der Ort voller Geschichten und Leben – und diese werden in diesem Roman erzählt. Den roten Faden der Handlung bildet das Begräbnis das Edige für seinen Freund ausrichtet und ein Zwischenfall auf der amerikanisch-sowjetischen Orbitalstation Parität von größter Bedeutung für die Menschheit. Ein grandioser Roman von dem ich mir gewünscht habe, dass er niemals zu Ende gelesen ist.

Tschingis Aitmatow – Dshamilja

Der französische Autor Louis Aragon hat die Erzählung „Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow als die schönste Liebesgeschichte der Welt bezeichnet – und vielleicht ist sie das auch. Auf ihre eigene leise, stille und unspektakuläre Art und Weise. Auch „Dshamilja“, so der Name der Hauptfigur, spielt in der kasachischen Steppe zur Zeit des großen Vaterländischen Krieges und nicht in Kirgistan. Bei den täglichen Getreidefuhren von ihrem Heimatort zum nächstgelegenen Bahnhof verliebt sie sich in den Gesang des Kriegsinvaliden Danijar, der als komischer Kauz gilt, und dann in ihn.

Anne Klemm – Easy Going: Zu Fuß von Kasachstan nach Kirgistan
„Easy Going“ ist der Reisebericht in Tagebuchform von der Trekkingtour der Autorin auf dem über 140 Kilometer langen Fernwanderweg im nördlichen Tian Shan von Kasachstan bis zum kirgisischen Issyk Kul. Ein guter Einstieg um eine Vorstellung zu bekommen was auf so einer Wanderung so auf einen warten kann, mit einer liebevoll selbstgezeichneten Landkarte, Packliste und Tipps der Autorin.

Manas-Epos
Der Manas-Epos ist DIE kirgisische Heldensage um den Titelhelden Manas und seine Nachkommen. Er umfasst 500.000 Verse und übertrifft damit andere Heldenepen wie Homers Odyssee und die Ilias an Länge meilenweit. Über Jahrhunderte wurde die Geschichte nur mündlich von Manatschis, das sind professionelle Erzähler, weitergegeben wurde und erste Ende des 19. Jahrhunderts niedergeschrieben.
Korrekterweise muss ich dazusagen, dass ich nicht das Original gelesen habe, sondern nur diverse Zusammenfassungen im Internet – aber dennoch sehr interessant und spannend.

Landkarten, Stadtpläne und Wanderkarten

Als Straßenkarte empfehlen sich zweisprachige Karten bzw. Karten mit kyrillischen und lateinischen Beschriftungen – denn, wenn man wie ich keine kyrillischen Buchstaben lesen kann, kann es mit der Orientierung ungewollt schwierig werden.

Der deutsche Alpenverein hat eine gute Wanderkarte für das Tian Shan-Gebiet um den 7.000er Khan Tengri, den Inylchek Gletscher, die Merzbacher Wiese und den Merzbacher See herausgebracht.
Quelle: http://www.dav-shop.de

tuk-map

Bildquelle: http://www.tuk.kg

Von der kirgisischen Trekking Union (http://www.tuk.kg => dort unter Services) gibt es Wanderkarten zur Inylchek-Gletscher Region, der Umgebung von Karakol, den Wandergebieten nördlich und südlich des Issyk Kuls und dem Chon Kemin Tal. Diese können über das Büro der Trekking Union bezogen werden.

Infobroschüren
Die Reiseagentur Kyrgyz Concept (www.concept.kg) verlegt eine sehr informative Broschüre für Touristen mit dem Titel „free tourist Guidebook“. Dieser Mini-Reiseführer enthält Informationen zu Land und Leuten, einen Feiertagskalender, Restauranttipps, die besten Reiseziele, Freizeittipps, Informationen zum Bau einer Jurte etc. Es liegt in Hotels, Hostels und im Tourist Office auf und ist (vor allem da es kostenlos ist) doch ganz interessant.

Für die Expo 2015 hat die Republik Kirgistan mit der Unterstützung von UsAid den Folder „10 reasons to explore Kyrgyzstan“ herausgegeben. Auch diesen gibt es in den diversen Hotels, Hostels und im Tourist Office und zeigt auf, was Kirgistan so bereisenswert macht.

 

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